Kundeninformation zum CITES-Abkommen und der EG-Artenschutzverordnung 338/97 zum Schutz seltener Hölzer ab dem 01.01.2017.

Ab dem 1. Januar 2017 werden bestimmte Hölzer, die auch im Musikinstrumentenbau genutzt werden, unter besonderen Schutz gestellt. Dies ist unter anderem auf Raubbau und illegalen Handel zurückzuführen. Die Aktualisierung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES und die EG-Artenschutzverordnung 338/97 betrifft unter anderem Palisander Holz, das z. B. im Klarinettenbau verwendet wird (“Die dunklen Hölzer”).

Der Einsatz ist weiterhin legal und ohne Einschränkungen möglich. Die Konsequenz aus dem Abkommen bedeutet jedoch neue und hohe Dokumenationsvorschriften für den Erwerb, Verkauf und Handel von diesen Hölzern bzw. Produkten, welche diese Hölzer enthalten.

Dies bedeutet für Sie ab dem 01.01.2017:

als Käufer

  • Beim Erwerb eines Instrumentes mit schützenswerten Hölzern, erhalten Sie ein Dokument mit Information über das verwendete Holz sowie den entsprechenden Zertifikatsinformationen über die legale Einfuhr des Instrumentes/Holzes in die EU und zum CITES-Exportdokument.
  • Dieses Dokument ist wesentlicher Bestandteil der Rechnung und ist gemeinsam aufzubewahren. Möchten Sie Ihr Instrument später weiterverkaufen bzw. mit Ihrem Instrument außerhalb der EU reisen, benötigen Sie diesen Nachweis zwingend.
  • Als Verkäufer und Händler besteht für uns eine besondere Buchhaltungspflicht dieser Instrumente. Neben dem Lagerbestand müssen wir sämtliche Käufe und Verkäufe mit Angaben zur Person des Käufers und Verkäufers schriftlich dokumentieren und 5 Jahre aufbewahren.

als Instrumentenbesitzer

  • Für den reinen Besitz sind keine Nachweisdokumente erforderlich.
  • Wollen Sie Ihr Instrument nach dem 01. Januar 2017 verkaufen (auch privat) oder mit dem Instrument verreisen, benötigen Sie einen Nachweis, dass Sie entweder das Instrument vor dem 01.01.2017 erworben haben (Rechnung) oder bei Kauf nach dem 01.01.2017 entsprechende Informationen über den legalen Import und das zugehörige CITES Abkommen vorweisen können.

Allgemeine Hinweise und Anmerkungen

  • Diese neuen Regelungen wurden im Oktober 2016 beschlossen und wir als Händler auch erst im Dezember 2016 darüber informiert. Die zuständigen lokalen Behörden haben ebenfalls noch sehr wenig Informationen und keine genauen Handlungsanweisungen.
  • Auch wenn die Regelungen sehr viel bürokratischen Aufwand erzeugen, führt kein Weg an einer umfangreichen Dokumentation und Information vorbei.
  • Weiterhin sehen wir sehr hohe bürokartische Herausforderungen für Sie als Musiker und Vereine. Möchten Sie als Musiker beispielsweise ein altes Instrument aus geschützem Holz verkaufen ohne einen Kaufbeleg (bis 31.12.16) oder Herkunftsnachweis (ab 01.01.17) zu besitzen, wäre dieser Verkauf ein Verstoß gegen das Artenschutzabkommen und illegal. Dies betrifft auch schon das alleinige Reisen mit dem Instrument außerhalb der EU (z. B. auch in die Schweiz).
  • Inwieweit diese neue Regulierung in der Praxis konsequent von den Behörden umgesetzt und kontrolliert werden ist im Moment nicht absehbar und wird sich erst noch zeigen. Eine konsequente Umsetzung ist daher unumgänglich, bis eventuelle Erleichterungen in Kraft treten. Wir raten daher auch jedem Musiker und Verein sich bei Reisen und Verkaufsabsichten genau zu informieren.

Auch für uns sind diese Regelungen unverständlich und eine bürokratische Herausforderung in der Umsetzung. Wir bedanken uns daher für Ihr Verständnis und Ihre Kooperation. Sollten Sie Fragen haben, werden wir gerne Versuchen diese zu beantworten.

 

Mit freundlichen Grüßen